Was bedeutet die Restschuldbefreiung?


Viele Schuldner glauben, wenn sie nur lange genug warten, würden die Forderungen der Gläubiger irgendwann verjähren. Dies ist jedoch meist ein Trugschluss, da die Verjährung bei jeder Vollstreckungshandlung von neuem zu laufen beginnt.

Wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, die Forderung zu begleichen oder einen Vergleich mit dem Gläubiger zu schließen, bleibt ihm nur die Möglichkeit durch eine Restschuldbefreiung von seinen Schulden los zu kommen. Dabei ist die Restschuldbefreiung nicht von der Zustimmung der Gläubiger abhängig, sondern kann auch gegen den Willen der Gläubiger erfolgen.

Verfahren bis zur Restschuldbefreiung

Für die Restschuldbefreiung muss der Schuldner ein gerichtliches Verfahren durchlaufen und entweder in einem Verbraucherinsolvenzverfahren oder einem Regelinsolvenzverfahren Antrag auf Restschuldbefreiung stellen. Diese Möglichkeit ist nicht nur auf Verbraucher, also Arbeitnehmer, Rentner und Leistungsempfänger beschränkt, sondern kann auch von Selbstständigen in Anspruch genommen werden.

Während des gesamten laufenden Verfahrens ist der Schuldner vor Vollstreckung durch die Gläubiger geschützt.

Das Verfahren bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung dauert aktuell noch sechs Jahre. Derzeit liegt ein Regierungsentwurf vor, der eine Verkürzung auf drei Jahre vorsieht, wenn der Schuldner 25 % der Forderungen innerhalb von drei Jahren bezahlen kann. Eine Verkürzung auf fünf Jahre ist vorgesehen, wenn der Schuldner in dieser Zeit die Verfahrenskosten begleichen kann.

Pflichten während der Restschuldbefreiung

Während des gesamten Verfahrens, das sich in einer Insolvenz – und eine Wohlverhaltensphase unterteilt, hat der Schuldner zahlreiche Verpflichtungen (Obliegenheiten) einzuhalten. Hierzu zählt, dass der Schuldner den Wechsel seines Arbeitsplatzes ungefragt mitteilen muss, keine Gläubiger bevorzugen darf und seiner Arbeitspflicht nachkommt.

Verstößt der Schuldner gegen eine Obliegenheit, können die Gläubiger einen Versagungsantrag stellen, über den das Gericht entscheidet. Wird die Restschuldbefreiung versagt, droht dem Schuldner für einen neuen Antrag eine Sperre.

Ausgenommenen Forderungen

Nicht alle Forderungen fallen unter die Restschuldbefreiung. Das Gesetz sieht drei Ausnahmen vor:

  • Geldstrafen und Geldbußen
  • Forderungen aus unerlaubter Handlung
  • gestundete Verfahrenskosten aus dem Insolvenzverfahren

Diese Forderungen können auch nach Erteilung der Restschuldbefreiung vollstreckt werden.Forderungen aus unerlaubter Handlung müssen als solche angemeldet und in die Tabelle aufgenommen worden sein.

4 Kommentare auf “Was bedeutet die Restschuldbefreiung?
  1. Amerlahn sagt:

    Toller Bericht ich selber hab eine Restschuldbefreiung

  2. Daniel sagt:

    gruss Gott.
    ich habe ein Insolvent gehabt von 2008 bis märz 2015. Danach habe ein Brief bekommen das alles ist beendet. Heite wollte ein kühlschrank in rate kaufen. Die Bank teilte mich das geht nicht weill diese GmbH Schufa teilte eine Restschuldbefreiung erteil. von beendigung meines Insolvent sind 2 Jahre gegangen. Was ist das .
    mfg Gerhardt

Bitte schreiben Sie Ihre Meinung in den Kommentar. Falls Sie eine Frage haben, schicken Sie uns lieber eine Nachricht. Auf Ihre Nachricht können wir schneller reagieren und Ihr Problem wird auch nicht auf unserer Seite veröffentlicht. Um Ihre Frage zu stellen, klicken Sie den nachfolgenden Button.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

Rechtsanwälte
Miehler & Müller
Über uns :

Wir sind eine auf das Insolvenzrecht spezialisierte Kanzlei in München.

Wir entschulden Privatpersonen und Selbständige.

Wir sind als Rechtsanwälte berechtigt, die Bescheinigung nach § 305 InsO auszustellen.

Wir helfen Ihnen unbürokratisch und im persönlichen Gespräch wieder den Kopf frei zu bekommen und zwar schnell.

Termin vereinbaren